Entzogenheit in Gott Zur Verborgenheit der Trinität

Publication date

2005

Authors

Mühling, Markus
Wendte, Martin

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Abstract

Der dreieinige Gott, der „Gott in Beziehung“1 ist, ist ebenso durch Entzogenheit charakterisiert: durch Entzogenheit in Gott. Denn Beziehungen sind nur denkbar durch Entzogenheit und Entzogenheit ist nur denkbar in Beziehung. Wirklichkeit kann sachgemäß im Modell einer relationalen Ontologie rekonstruiert werden. Denn auf diese Weise entspricht eine christliche Theologie dem ihr sachgemäßen Ausgangspunkt in der Offenbarung des dreieinigen Gottes in Jesus Christus und kann zugleich darauf abzielen, im Vergleich zu alternativen christlichen und außerchristlichen Positionen ein größeres Maß an denkerischer Konsistenz und Phänomennähe zu erreichen. Relationalität aber schließt zumindest die Rede von Relaten ein und damit dasjenige, was in Relationen steht, sowie die Rede von Relationen und damit dasjenige, was zwischen den Relaten besteht. Zudem stellt sich bereits in dieser sehr formalen Betrachtungsweise die Frage, was Relate als besondere zu diesen macht. Relationale Begriffsschemata müssen daher nicht nur das einfache Distinktionsniveau zwischen Relat und Relation erreichen, sondern zumindest auch die Frage nach der Besonderheit der Relate beantworten und damit die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit besonderen Seins. Relationalität, so die inhaltliche These, ist nur denkbar, wenn es neben der Distinktion zwischen Relat und Relation noch eine eigens zu bedenkende Größe gibt, die diese Besonderheit sichert und somit ineins identitätswie alteritätskonstituierend ist. Kann diese Größe Entzogenheit genannt werden oder Unverfügbarkeit, Nichtmitteilbarkeit, Asymmetrie oder Verborgenheit, so besteht die Aufgabe dieses Bandes und seines einleitenden Aufsatzes darin, etwas genauer zu untersuchen, was darunter zu verstehen ist...

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