Entzogenheit Gottes bei Tillich?

Publication date

2005

Authors

Gallus, Petr

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Abstract

Die Entzogenheit Gottes ist ein relationaler Begriff. Die Frage nach der Entzogenheit Gottes entscheidet sich im Verhältnis zu ihrem Relat – zu der Auffassung von Gottes Offenbarung und ihrem breiteren Kontext. Gerade in der Offenbarung muss offenbar werden, dass Gott sich mit seiner Offenbarung noch nicht erschöpft, dass durch die vollständige Offenbarung doch Gottes Entzogenheit gewährt bleibt. Dass also Gott in der Direktheit der Offenbarung eben nur indirekt zugänglich ist, dass seine Enthüllung zugleich Verhüllung bedeutet, dass seine allem überlegene Souveränität unverfügbar bleibt. Gerade in einer entsprechenden Auffassung von Offenbarung muss klar zum Vorschein kommen, dass diese volle Offenbarung Akt des in der Offenbarung unverfügbaren, verborgenen Gottes ist. Genauso muss aber in einer solchen Offenbarungsauffassung genügend zum Zuge kommen, dass es Gott selbst ist, der sich hier offenbart, dass hier Gott völlig und ganz offenbar und für den Menschen erkennbar wird. Eine richtige Auffassung von Offenbarung wird beiden Seiten Gottes gerecht: seiner vollen und freien Transzendenz sowie seiner vollen und freien Immanenz...

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